Die Sushi-Offenbarung

Nach einem sehr turbulenten Flug kamen wir im kalten Tokio an und fuhren zu unserem Airbnb-Apartement, wo wir nach einer schnellen Nudelsuppe dann auch bald ins Bett gingen und uns ausschliefen.

Nachdem wir uns ganz entspannt fertig gemacht hatten, gingen wir nach Ikebukuro, wo wir die Gegend etwas erkundeten und in den Läden stöberten. Abends trafen wir uns dann mit Christian, unserem alten Klassenkameraden vom Gymnasium, der momentan in Tokio lebt und arbeitet. Da er japanisch spricht und sich schon ganz gut auskennt, haben wir ihn als unseren Reiseführer verpflichtet 😉

Er ging mit uns in ein traditionelles japanisches Restaurant, wo wir ohne ihn aufgeschmissen gewesen wären, da die Karte nur auf japanisch war und man halb über einen Monitor und halb bei einer Bedienung bestellen musste. Jessy und ich teilten uns Don buri, eine Schüssel Reis mit verschiedenem rohen Fisch obendrauf, was sogar Jessy überzeugte, obwohl sie eigentlich kein Sushi mag. Danach ging unsere Einführung in die japanische Küche weiter mit Ramen, welche wir in einem anderen Restaurant an einem Automaten bestellten. Mit vollem Magen gingen wir dann noch in ein Katzencafe, um Jessys Katzenentzug entgegenzuwirken, allerdings schliefen die meisten Katzen dort leider schon.

Den japanischen Abend beendeten wir dann in einer Arcade, wo wir noch wunderschöne Bilder in einem der Kawaii-Fotoautomaten machten und uns an Tekken und einem Trommelspiel versuchten.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir dann nach Shibuya und liefen über die berühmte große Kreuzung, bevor wir uns auf den Weg zur Harajuko Street machten, wo es Dinge zu kaufen gibt, von denen man bisher noch gar nicht wusste, wie dringend man sie braucht, wie zum Beispiel einen Dumplingmaker oder Star Wars Socken.

Nachdem wir es geschafft hatten uns von den ganzen Shops loszureißen trafen wir uns wieder mit Chris, der uns durch den Regen nach Akiba, dem Animeviertel führte, wo viele Läden dann leider schon geschlossen hatten. Nach der erfolglosen Suche nach einem bezahlbarem Sushiladen und einem überteuerten Getränk fuhren wir dann wieder nach Ikebukuro wo Jessy und ich unsere neue große Liebe, 100¥ Sushi, kennen lernten.

Da wir übers Wochenende nach Kyoto fahren wollten, standen Jessy und ich am nächsten morgen früh auf, luden unser Gepäck bei Chris im Büro ab und fuhren zum Busbahnhof, wo wir teure Bustickets für den Nachtbus am selben Tag kauften. Danach gings nochmal zur Harajuko Street, da wir am vorherigen Tag noch nicht alles erkundet hatten.
Nachmittags holten wir dann unsere Rucksäcke wieder ab und fuhren zu Christians Wohnung wo wir uns noch was kochten und einen Teil unseres Gepäcks abluden, bevor wir zum Bus mussten.

Am nächsten Morgen kamen wir im verschneiten Kyoto an, machten uns frisch, schlossen unser Gepäck ein und machten uns auf zur Sightseeingtour durch Kyoto, wo wir unter anderem den Bambuswald und den goldenen Pavillon besichtigten. Zum Mittagessen gabs Sushi und dann trafen wir uns mit Chris Freund Taifun, der gerade einen Sprachkurs in Japan macht.

Für Jessy und mich gings dann weiter nach Osaka, wo wir in unser Hostel eincheckten, bevor wir uns wieder mit Chris und Taifun in Namba trafen und zusammen zu einer international Party gingen.

Nach einer Nacht auf Tatami-Matten checkten wir wieder aus und fuhren zurück nach Kyoto, wo wir unser Gepäck beim nächsten Hostel abluden und dann Gion, das Geisha-Viertel erkundeten, wo uns viele nette Souvenirshops in den verwinkelten Gassen auf dem Weg zum Kiyomizu-dera Tempel erwarteten. Als es schon langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zum Fushimi Inari Taisha Schrein, wo wir durch die Tausend Torbögen liefen.

Danach gingen wir dann noch Sukiyaki, eine Art japanischen Hotpot essen, wobei man zwei Stunden lang so viel Rindfleisch und Gemüse essen kann wie man will.

Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus zurück nach Tokio, wo wir spät nachmittags ankamen, unser Gepäck bei Chris abholten, Sushi essen gingen und dann in unser neues Hostel eincheckten.

Den nächsten Tag verbrachten wir wieder in Shibuya mit shoppen, was wir abends beim packen dann gleich bereuten, da unsere Rucksäcke langsam aus allen Nähten platzen. Immerhin amüsierten sich unsere Mitbewohner beim Zusehen.

Da wir für die restliche Zeit in Tokio einen Couchsurfer gefunden hatten, der uns bei sich aufnimmt, checkten wir am nächsten Tag wieder aus, ließen unser Gepäck im Hostel und liefen ewas durch Ueno Park und Akiba. Abends machten wir uns dann auf den Weg zu Salim, der etwas außerhalb von Tokio wohnt und mit dem wir uns den restlichen Abend noch unterhielten. Da die Metro in Tokio wie alles sehr teuer ist, entschieden wir uns dazu, am nächsten Tag nur die Umgebung zu erkunden.

Den Abend verbrachten wir mit Salim und seinem Freund Fumio, der deutsche Philosophie studiert. Salim erzählte uns, dass er von einer deutschen Zigeunerin gelernt hat, Tarot Karten zu legen und Hände zu lesen und sagte uns unsere Zukunft voraus, was sehr unterhaltsam war.

Am nächsten Tag hieß es dann erstmal wieder ausschlafen und dann gaben wir Fumio noch Tipps für seine bevorstehende Deutschlandreise. Später trafen wir uns dann nochmal mit Chris in Akihabara, wo wir die verrückten Animeläden anschauten und, wer hätte es gedacht, Sushi essen gingen.

Am Tag darauf fuhren wir ins Zentrum von Tokio, wo wir etwas herumliefen und den Kaiserpalast anschauten, bevor es abends mal wieder Sushi gab.

Für den letzten vollen Tag unserer Reise haben wir uns noch einige Dinge vorgenommen, daher standen wir mal wieder etwas früher auf und machten uns auf den Weg zu Yoyogi Park, wo wir Chris trafen und zusammen den Meiji-Schrein anschauten. Danach gings durch Harajuku nach Shibuya zu Christians Lieblingssushiladen, wo wir nochmal eine letzte leckere Sushibowl aßen, bevor wir einen Verdauungsspaziergang zum anderen Teil von Yoyogi Park machten, wo sogar schon die ersten Sakurabäume blühten. Da wir die Stadt auch noch von oben sehen wollten, gings danach zum Tokio Metropolitan Government Building, wo man umsonst in den 45. Stock fahren und die Aussicht genießen kann. Zum Abschluss gingen wir dann noch Karaoke singen, wobei man hier einen eigenen kleinen Raum hat, wo man sich vollkommen ausleben kann, was wir natürlich taten. Jetzt sind wir wieder bei unserer Couchsurferunterkunft, haben gepackt soweit es geht und morgen früh geht der Flug zurück nach Deutschland und unser Abenteuer ist beendet.

Drei Monate in Asien haben wir hinter uns, 6 Länder haben wir bereist (7, wenn man Hongkong als eigenes zählt) und wir haben unglaublich viel erlebt und gesehen. Jedes Land hatte etwas tolles zu bieten, wir haben die Zeit sehr genossen und sind froh, dass bis auf ein paar kleinere Schwierigkeiten alles so gut gelaufen ist.