Die Sushi-Offenbarung

Nach einem sehr turbulenten Flug kamen wir im kalten Tokio an und fuhren zu unserem Airbnb-Apartement, wo wir nach einer schnellen Nudelsuppe dann auch bald ins Bett gingen und uns ausschliefen.

Nachdem wir uns ganz entspannt fertig gemacht hatten, gingen wir nach Ikebukuro, wo wir die Gegend etwas erkundeten und in den Läden stöberten. Abends trafen wir uns dann mit Christian, unserem alten Klassenkameraden vom Gymnasium, der momentan in Tokio lebt und arbeitet. Da er japanisch spricht und sich schon ganz gut auskennt, haben wir ihn als unseren Reiseführer verpflichtet 😉

Er ging mit uns in ein traditionelles japanisches Restaurant, wo wir ohne ihn aufgeschmissen gewesen wären, da die Karte nur auf japanisch war und man halb über einen Monitor und halb bei einer Bedienung bestellen musste. Jessy und ich teilten uns Don buri, eine Schüssel Reis mit verschiedenem rohen Fisch obendrauf, was sogar Jessy überzeugte, obwohl sie eigentlich kein Sushi mag. Danach ging unsere Einführung in die japanische Küche weiter mit Ramen, welche wir in einem anderen Restaurant an einem Automaten bestellten. Mit vollem Magen gingen wir dann noch in ein Katzencafe, um Jessys Katzenentzug entgegenzuwirken, allerdings schliefen die meisten Katzen dort leider schon.

Den japanischen Abend beendeten wir dann in einer Arcade, wo wir noch wunderschöne Bilder in einem der Kawaii-Fotoautomaten machten und uns an Tekken und einem Trommelspiel versuchten.

Am darauffolgenden Tag fuhren wir dann nach Shibuya und liefen über die berühmte große Kreuzung, bevor wir uns auf den Weg zur Harajuko Street machten, wo es Dinge zu kaufen gibt, von denen man bisher noch gar nicht wusste, wie dringend man sie braucht, wie zum Beispiel einen Dumplingmaker oder Star Wars Socken.

Nachdem wir es geschafft hatten uns von den ganzen Shops loszureißen trafen wir uns wieder mit Chris, der uns durch den Regen nach Akiba, dem Animeviertel führte, wo viele Läden dann leider schon geschlossen hatten. Nach der erfolglosen Suche nach einem bezahlbarem Sushiladen und einem überteuerten Getränk fuhren wir dann wieder nach Ikebukuro wo Jessy und ich unsere neue große Liebe, 100¥ Sushi, kennen lernten.

Da wir übers Wochenende nach Kyoto fahren wollten, standen Jessy und ich am nächsten morgen früh auf, luden unser Gepäck bei Chris im Büro ab und fuhren zum Busbahnhof, wo wir teure Bustickets für den Nachtbus am selben Tag kauften. Danach gings nochmal zur Harajuko Street, da wir am vorherigen Tag noch nicht alles erkundet hatten.
Nachmittags holten wir dann unsere Rucksäcke wieder ab und fuhren zu Christians Wohnung wo wir uns noch was kochten und einen Teil unseres Gepäcks abluden, bevor wir zum Bus mussten.

Am nächsten Morgen kamen wir im verschneiten Kyoto an, machten uns frisch, schlossen unser Gepäck ein und machten uns auf zur Sightseeingtour durch Kyoto, wo wir unter anderem den Bambuswald und den goldenen Pavillon besichtigten. Zum Mittagessen gabs Sushi und dann trafen wir uns mit Chris Freund Taifun, der gerade einen Sprachkurs in Japan macht.

Für Jessy und mich gings dann weiter nach Osaka, wo wir in unser Hostel eincheckten, bevor wir uns wieder mit Chris und Taifun in Namba trafen und zusammen zu einer international Party gingen.

Nach einer Nacht auf Tatami-Matten checkten wir wieder aus und fuhren zurück nach Kyoto, wo wir unser Gepäck beim nächsten Hostel abluden und dann Gion, das Geisha-Viertel erkundeten, wo uns viele nette Souvenirshops in den verwinkelten Gassen auf dem Weg zum Kiyomizu-dera Tempel erwarteten. Als es schon langsam dunkel wurde, machten wir uns auf den Weg zum Fushimi Inari Taisha Schrein, wo wir durch die Tausend Torbögen liefen.

Danach gingen wir dann noch Sukiyaki, eine Art japanischen Hotpot essen, wobei man zwei Stunden lang so viel Rindfleisch und Gemüse essen kann wie man will.

Am nächsten Morgen nahmen wir den Bus zurück nach Tokio, wo wir spät nachmittags ankamen, unser Gepäck bei Chris abholten, Sushi essen gingen und dann in unser neues Hostel eincheckten.

Den nächsten Tag verbrachten wir wieder in Shibuya mit shoppen, was wir abends beim packen dann gleich bereuten, da unsere Rucksäcke langsam aus allen Nähten platzen. Immerhin amüsierten sich unsere Mitbewohner beim Zusehen.

Da wir für die restliche Zeit in Tokio einen Couchsurfer gefunden hatten, der uns bei sich aufnimmt, checkten wir am nächsten Tag wieder aus, ließen unser Gepäck im Hostel und liefen ewas durch Ueno Park und Akiba. Abends machten wir uns dann auf den Weg zu Salim, der etwas außerhalb von Tokio wohnt und mit dem wir uns den restlichen Abend noch unterhielten. Da die Metro in Tokio wie alles sehr teuer ist, entschieden wir uns dazu, am nächsten Tag nur die Umgebung zu erkunden.

Den Abend verbrachten wir mit Salim und seinem Freund Fumio, der deutsche Philosophie studiert. Salim erzählte uns, dass er von einer deutschen Zigeunerin gelernt hat, Tarot Karten zu legen und Hände zu lesen und sagte uns unsere Zukunft voraus, was sehr unterhaltsam war.

Am nächsten Tag hieß es dann erstmal wieder ausschlafen und dann gaben wir Fumio noch Tipps für seine bevorstehende Deutschlandreise. Später trafen wir uns dann nochmal mit Chris in Akihabara, wo wir die verrückten Animeläden anschauten und, wer hätte es gedacht, Sushi essen gingen.

Am Tag darauf fuhren wir ins Zentrum von Tokio, wo wir etwas herumliefen und den Kaiserpalast anschauten, bevor es abends mal wieder Sushi gab.

Für den letzten vollen Tag unserer Reise haben wir uns noch einige Dinge vorgenommen, daher standen wir mal wieder etwas früher auf und machten uns auf den Weg zu Yoyogi Park, wo wir Chris trafen und zusammen den Meiji-Schrein anschauten. Danach gings durch Harajuku nach Shibuya zu Christians Lieblingssushiladen, wo wir nochmal eine letzte leckere Sushibowl aßen, bevor wir einen Verdauungsspaziergang zum anderen Teil von Yoyogi Park machten, wo sogar schon die ersten Sakurabäume blühten. Da wir die Stadt auch noch von oben sehen wollten, gings danach zum Tokio Metropolitan Government Building, wo man umsonst in den 45. Stock fahren und die Aussicht genießen kann. Zum Abschluss gingen wir dann noch Karaoke singen, wobei man hier einen eigenen kleinen Raum hat, wo man sich vollkommen ausleben kann, was wir natürlich taten. Jetzt sind wir wieder bei unserer Couchsurferunterkunft, haben gepackt soweit es geht und morgen früh geht der Flug zurück nach Deutschland und unser Abenteuer ist beendet.

Drei Monate in Asien haben wir hinter uns, 6 Länder haben wir bereist (7, wenn man Hongkong als eigenes zählt) und wir haben unglaublich viel erlebt und gesehen. Jedes Land hatte etwas tolles zu bieten, wir haben die Zeit sehr genossen und sind froh, dass bis auf ein paar kleinere Schwierigkeiten alles so gut gelaufen ist.

Essen in China

Eine der uns am meisten gestellten Fragen während unserer Zeit in China war “Wie ist das Essen?“ Die kurze Antwort darauf ist: abenteuerlich.

Um die Frage etwas ausführlicher zu beantworten, haben wir unser Essen immer fotografiert (okay, ein paar mal haben wirs auch vergessen) und widmen dem Thema jetzt einen eigenen Beitrag.

Wenn ich sage, dass das Essen abenteuerlich war, heißt das nicht, dass wir die ganze Zeit Hunde, Katzen und Insekten gegessen haben. Es stimmt zwar, dass in China auch Hunde gegessen werden, allerdings gibt es das nicht einfach in jedem Restaurant, sondern es ist eher eine teure Delikatesse, die nicht einfach ahnungslosen Reisenden vorgesetzt wird, wie uns auch unser Couchsurf-Host Kai versicherte. Insgesamt waren wir fast nie mit der Möglichkeit konfrontiert ganz verrückte Fleischsorten auszuprobieren, wir haben es aber auch nicht darauf angelegt. Für uns gab es sehr viel Huhn, öfters mal Schwein und Rind und ab und zu Innereien.

Der abenteuerliche Teil bestand viel mehr darin, dass wir zu 99% auf gut Glück bestellen mussten, da kaum jemand genug englisch sprach, um uns Fragen zum Essen zu beantworten.

Im besten Fall hatten die Restaurants englischsprachige Karten und Bilder des Essens. Allerdings bestand auch dann noch die Gefahr, dass das Gericht extrem scharf ist oder seltsame Gewürze enthält. Da Restaurants mit dieser Art von Karten allerdings nicht überall zu finden und außerdem oft auch etwas teurer waren, kam das nicht allzu oft vor.

Manche hatten englische Karten ohne Bilder, wobei die englischen Übersetzungen manchmal etwas Interpretationsspielraum ließen. Öfter hatten die Restaurants allerdings nur Bilder und chinesische Schriftzeichen. Dann hieß es einfach, sich etwas auszusuchen, was gut aussieht, drauf zeigen und hoffen, dass es ungefähr das ist, was wir uns vorstellten. Ansonsten blieb noch die Möglichkeit, auf das Essen eines anderen Gastes zu zeigen oder auf das gewünschte Essen selbst, zum Beispiel bei einem Straßenstand.

Mit dem bestellen war es dann allerdings noch nicht unbedingt getan, denn in gefühlt der Hälfte aller Fälle, kam kurz darauf die Bedienung wieder zurück und vermittelte uns, dass es das bestellte Gericht nicht gibt. Also am besten immer gleich eine Backup-Option überlegen und hoffen, dass die verfügbar ist oder zeigen lassen, welche drei Gerichte heute machbar sind.

Für unsere deutschen Gaumen war das chinesische Essen und die verwendeten Gewürze oft sehr ungewohnt und es unterscheidet sich größtenteils auch stark von den Gerichten, die es bei chinesischen Restaurants in Deutschland gibt. Die Chinesen lieben es auch mit den verschiedenen Geschmacksrichtungen zu spielen, sodass die Gerichte selten zum Beispiel nur süß, salzig, sauer oder scharf sind, sondern meistens eine Kombination aus verschiedenen Geschmacksrichtungen enthalten. Zu Jessys Missfallen ist scharf bei herzhaften Speisen aber fast immer dabei.

Unser go-to-Essen in China war Nudelsuppe. Das findet man fast überall, schmeckt fast immer lecker und ist sehr günstig. Außerdem sehr vielseitig, da die Nudel-, Fleisch-, Gemüse- und Brühesorten je nach Region und Koch variierten.

Wenn es mal keine noodle soup sein sollte, gab es meistens Reis mit einem Fleisch- oder Gemüsegericht, wobei es auch hier viel Abwechslung gab, sodass uns der Reis nicht  allzu sehr zum Hals raushängt.

Besonders gut schmeckten uns auch Dumplings und Wonton, besonders die meat dumplings unseres Hostels in Guilin sind hier erwähnenswert, die hätten wir am liebsten jeden Tag gegessen.

Straßenhändler bieten außerdem neben Nudelsuppe und Dumplings oft auch Fleischspieße, gefüllte Teigtaschen, Popcorn und natürlich die allgegenwärtige Wurst an.

Da es in unseren Hostels so gut wie nie Frühstück gab und wir nicht immer Lust auf Nudelsuppe oder andere chinesische Kost am Morgen hatten, versorgten wir uns wenn möglich oft selbst, indem wir im Supermarkt Obst, Joghurt, Gebäck, Sandwiches oder ähnliches kauften. Ab und zu fanden wir auch mal einen Bäcker, der Backwaren verkaufte, die nicht nur nach Milchbrötchen schmeckten, was dann gleich ein echtes Highlight war.

Bei einem Monat Nudelsuppe, Reis und co hatten wir ab und zu auch mal das Bedürfnis nach westlicher Kost, so dass es uns auch mal zu McDonalds oder KFC trieb, was aber meistens auch eher unbefriedigend war. Zwei mal entdeckten wir auch Restaurants, die gutes westliches Essen boten, natürlich etwas teurer als die lokale Kost, aber man gönnt sich ja sonst nichts 😉

Alles in allem hat mir das Essen in China sehr gut geschmeckt, obwohl es teilweise sehr anders war als erwartet. Jessy war etwas weniger begeistert von der chinesischen Küche, was aber vermutlich hauptsächlich daran liegt, dass es ihr oft zu scharf war.

Alles ist besser mit Phở

Nachdem wir abends in Hanoi gelandet waren, nahmen wir den Shuttlebus in die Stadt und liefen dann das letzte Stück zum Hostel. Dabei fiel uns gleich auf, dass sich Hanoi sehr stark vom ruhigen und friedlichen Laos unterscheidet. in den kleinen Straßen im alten Viertel wird gehupt was das Zeug hält und die Gehwege dienen vor allem als Rollerparkplatz, so dass man die meiste Zeit die Straße mit den Autos und Rollern teilen muss. Erschöpft und immer noch etwas angeschlagen schafften wir es schließlich zum Hostel und fielen ins Bett.

Ausgeschlafen beschlossen wir am nächsten Tag, die Stadt zu erkunden und machten uns auf den Weg zum Hoan Kiem See wo wir die Jadeberg-Insel anschauten. Danach gings am See entlang zum Opernhaus und dem Nationalmuseum. Anschließend machten wir uns auf den Rückweg und erkundeten noch die Straßen des Old Quarters.

Auch am nächsten Tag war Sightseeing angesagt. Zuerst stand der Temple of Literature auf dem Programm, von da aus ging’s weiter zum Ho Chi Minh Museum und zum West Lake. In einem Harry Potter Cafe nahmen wir dann noch ein Butterbier und einen Vielsafttrank zu uns und nach einem kurzen Abstecher auf dem Nachtmarkt gings zurück ins Hostel, da wir am nächsten Tag früh raus mussten, um unseren Ausflug zur Halong Bay anzutreten.

Nach dem Frühstück wurden wir im Minibus abgeholt und nach einer 3,5 stündigen Fahrt kamen wir dann bei der Halong Bay an, wo wir unser Schiff bestiegen und in unsere schicke Kajüte eincheckten, in der wir die nächste Nacht verbringen würden. Dann gab es erstmal ein leckeres mehrgängiges Mittagessen, während wir in See stachen. Nach einer Weile erreichten wir dann die Sung Sot Cave, die größte Höhle der Bucht, wo wir ausstiegen um sie zu besichtigen und den Blick auf die Bucht zu genießen. Zurück auf dem Schiff war dann Sonnenuntergangsparty auf dem Sonnendeck mit Wein und Obst angesagt.
Schließlich legten wir in einer Lagune an, wo Jessy und ich die Gelegenheit nutzten, das erste Mal während unserer Reise im Meer zu schwimmen. Nachdem wir ausgiebig gebadet hatten, machten wir uns fertig fürs Abendessen, welches wieder sehr üppig und lecker war. Danach holten wir uns noch Reisetipps von unseren isländischen Tischnachbarn und versuchten uns am Tintenfisch angeln, leider erfolglos.

Der nächste Morgen begann um 6:30 Uhr mit einer Tai Chi Stunde, gefolgt vom Frühstück. Danach stand die Besichtigung eines floating fishing villages auf dem Plan. Nachdem wir ja jetzt schon in Übung waren, beschlossen wir, das Dorf mit dem Kajak zu erkunden. Natürlich fing es währenddessen wieder an zu regnen, aber es war trotzdem interessant zu sehen, wie die Menschen dort leben.

Zurück auf dem Boot führte uns der Schiffskoch vor, wie man Blumen und ähnliches aus Obst und Gemüse schnitzt und danach lernten wir noch wie man Frühlingsrollen macht. Nach dem Mittagessen ging es dann auch schon zurück zum Hafen und von dort aus mit dem Bus wieder nach Hanoi.Dort angekommen gingen wir noch was essen, bevor wir zum Bahnhof fuhren um den Nachtzug nach Hue zu nehmen.

Nach einer mehr oder weniger erholsamen Nacht kamen wir morgens in Hue an und fuhren mit dem Taxi zum Hostel. Da es noch zu früh zum einchecken war, nutzten wir die Zeit um unsere Weiterreise zu planen. Nachdem wir unseren Schlafsaal bezogen und uns frisch gemacht hatten, machten wir uns auf Erkundungstour und Essenssuche. Nachdem wir auf dem Markt waren und etwas durch die Stadt geschlendert waren, setzten wir uns ans Ufer des Parfümflusses, wo wir von Nhung, einer jungen Vietnamesin angesprochen wurden, welche ihr englisch verbessern wollte. Das schien ein beliebter Ort dafür zu sein, denn nach kurzer Zeit kam noch eine Frau mit ihrer elfjährigen Schwester dazu, die bereits sehr gutes Englisch sprach. Wir unterhielten uns ziemlich lange mit ihnen und schließlich nahm Nhung uns noch mit auf einen Nachtmarkt.

Am nächsten Morgen liehen wir uns Fahrräder aus und machten uns bei ca. 30° C auf den Weg zur Zitadelle mit dem Imperial Palace, ein großes Gelände, wo einige Gebäude leider zerbombt wurden, welche allerdings wieder vollständig aufgebaut werden sollen. Wir nahmen uns Zeit die Anlage zu besichtigen und machten uns dann auf auf den Weg zur etwas außerhalb gelegenen Thien Mu Pagoda, auch Pagode der himmlischen Frau genannt. Von dort nahmen wir ein Boot über den Fluss und traten mit unseren alten Drahteseln den Rückweg an und belohnten uns abends für die Anstrengung mit Pasta und Cocktails.

Am Tag darauf ging es dann mit dem Bus weiter nach Hoi An, wo wir in unser tolles Zimmer eincheckten. Dort konnten wir gratis Fahrräder leihen, welche auch noch um einiges neuer und besser als die in Hue waren und machten uns mit diesen auf den Weg zum Strand. Leider wurden unsere Pläne im Meer zu baden durchkreuzt, da es aufgrund des starken Windes verboten war zu schwimmen. Also aßen wir stattdessen in einem der Restaurants mit Meerblick und machten uns dann durch die Reisfelder auf den Weg zurück zum Hotel. Als hätten wir es geahnt, hatten wir uns diesmal für eine Unterkunft mit Pool entschieden und badeten dann stattdessen in diesem.

Da das Hotel etwas außerhalb gelegen ist, liehen wir uns am nächsten Tag wieder Fahrräder und fuhren in die Altstadt, wo wir die japanische Brücke, den Fluss und die Gassen mit den vielen Laternen anschauten, etwas shoppten und umherschlenderten. Nachdem wir abends noch die Szenerie bei Nacht bestaunt hatten, machten wir uns wieder auf den Rückweg undund ließen den Tag mit den neuen Sherlock Folgen ausklingen.

Da wir auch die Umgebung und das Hinterland etwas erkunden wollten, liehen wir uns am nächsten Tag nach dem leckeren Frühstück einen Motorroller aus und machten uns auf den Weg zum Water Coconut Village. Dort wurden wir von einer netten alten Dame in einem Rundboot durch die Wasserpalmen gepaddelt und sie zeigte uns Wasserkokosnüsse, dort lebende Tiere und machte uns Schmuck aus Palmenblättern. Wir aßen noch etwas und machten uns dann im Regen auf den Weg die Küste entlang zum Marble Mountain, wo es eine Pagoda und mehrere Höhlen zu sehen gab.

Zurück im Hotel stellten wir fest, dass wir beim Buchen unseres Weiterfluges wohl so übernächtigt gewesen waren, dass uns ein dummer Fehler unterlaufen war und wir ihn einen Monat zu spät gebucht hatten. Also riefen wir am nächsten morgen bei der Airline an, die uns mitteilten, dass wir zu ihrem Büro in der Abflugstadt gehen müssen um den Flug zu ändern. Also schwangen wir uns wieder auf den Roller und fuhren nach Danang, die nächste größere Stadt von der wir weiterfliegen wollten. Dort angekommen war das Ändern des Fluges zum Glück ganz unkompliziert und nachdem wir noch einen vietnamesischen Eiskaffee getrunken hatten stürzten wir uns wieder in den Verkehr um zu den Ruinen der Tempelstadt My Son zu fahren, einer alten Cham-Stadt. Leider hatten wir auch weiterhin kein Glück mit dem Wetter und mussten zum zweiten Tag in Folge durch den strömenden Regen fahren. Als wir endlich angekommen waren, entschieden wir, dass sich der weite Weg doch gelohnt hat, da es sehr cool war, die alten Ruinen zu erkunden. Während wir dort waren, hörte es aber glücklicherweise auf zu regnen, so dass wir im trockenen heimfahren konnten.

Am nächsten Tag flogen wir von Danang nach Ho Chi Minh City, wobei unser Flug so viel Verspätung hatte, dass wir wieder erst spät abends ankamen. Am darauffolgenden Tag besichtigten wir die Stadt, wobei wir unter anderem die Oper, das Rathaus, die Notre Dame Kathedrale und die von Gustave Eiffel entworfene Post sahen. Am nächsten Tag ging die Sightseeingtour dann weiter, zuerst wollte ich mir aber noch die Haare schneiden lassen. Dieses Vorhaben dauerte allerdings etwas länger als geplant, da ich bei der Haarwäsche erstmal noch eine ausgiebige Kopf-, Arm- und Nackenmassage erhielt, aber darüber möchte ich mich nicht beklagen. Danach machten wir uns dann am Wiedervereinigungspalast vorbei auf den Weg zum Kriegsopfermuseum, wo wir einiges über den Vietnamkrieg lernten. Vor allem die Ausstellung zu den Gefangenenlagern und den dort eingesetzten Foltermethoden hinterließen dabei einen bleibenden Eindruck bei uns.

Zum Abschluss aßen wir dann noch ein letztes mal Pho, bevor es am nächsten Tag weiter nach Kambodscha ging.

Das etwas andere China

Nachdem wir offiziell aus Festlandchina ausgereist und in Hongkong eingereist sind, ging es mit der Bahn zu unserem Hotel. Der Preisunterschied zum Rest von China hatte sich schon deutlich bei der Zimmersuche gezeigt, daher kostete unser Zimmer hier schon 10€ mehr pro Nacht pro Person als unser bisher teuerstes Hostel in Peking.

Das Hotel zu finden war dabei schon die erste Herausforderung. Schließlich fanden wir es dann in einem etwas heruntergekommenen Hochhaus. Im richtigen Stock, beim richtigen Appartement angekommen, standen wir dann allerdings vor einer verschlossenen Tür, da wir den Zugangscode nicht kannten. Neben der Tür hing aber ein Telefon und ein Zettel mit einer Nummer. Nach einigen erfolglosen Versuchen ging schließlich auch jemand ans Telefon und teilte uns schon mal den Zugangscode mit, so dass wir immerhin rein kamen. Nach einer Weile kam dann auch ein Mitarbeiter und brachte uns zu unserem Zimmer, welches sich in einem anderen Stock befand. Schon als wir das Appartement betraten stieg uns ein leichter Rauchgeruch in die Nase, der in unserem Zimmer noch viel schlimmer war. Da es in dem kleinen Zimmer kein Fenster gab, flüchteten wir bald wieder um die Umgebung zu erkunden. Im nächsten Supermarkt besorgten wir uns als erstes einen Lufterfrischer, der versprach, schlechte Gerüche zu neutralisieren.

In der Nähe unseres Hostels fanden wir eine Straße, in der lauter Tiere verkauft wurden und obwohl die Hamster, Babykatzen und Hunde süß anzusehen waren, taten sie uns doch sehr leid in ihren kleinen Glasboxen.

Wir gingen in ein Restaurant, welches sehr beliebt zu sein schien, waren dann aber gleich etwas überfordert von der Speisekarte. Scheinbar ist es in Hongkong üblich, dass den ganzen Tag Frühstück serviert wird und da die meisten anderen Leute so etwas aßen entschieden wir uns auch für das Frühstücksmenü. Dabei konnte man zwischen verschiedenen Nudelsuppen mit Fleisch wählen, außerdem zwischen Eiern in verschiedenen Zubereitungsarten und dazu gab es Toastbrot mit Butter. Also stellten wir uns unsere Mahlzeit zusammen und warteten gespannt. Als unser Essen dann kam, war die Enttäuschung allerdings groß, mein BBQ Pork schmeckte nach dem ekelhaften Wurstgewürz und die Nudelsuppe sonst nach fast nichts und Jessys Leber war auch nicht das Wahre. Das beste am Essen war das Toastbrot, da kann man eigentlich auch wenig falsch machen.

Da wir sehr unbefriedigt vom Essen waren und keine Lust hatten in unser verrauchtes Zimmer zurückzukehren gönnten wir uns noch ein Eis bei McDonalds und nutzten das kostenlose W-Lan um unsere nächsten Tage zu planen.

Am nächsten Tag verließen wir unser in Kowloon gelegenes Zimmer, das dank dem Lufterfrischer nun etwas weniger nach Rauch und etwas mehr nach Pfirsich stank und machten uns zu Fuß auf den Weg nach Hongkong Island, vorbei an vielen Läden wo wir noch die ein oder andere Besorgung machten.

Dabei fiel uns deutlich der britische Einfluss auf; während wir in China ständig vergaßen, dass Weihnachten vor der Tür steht, wurden wir in Hongkong durch aufwendige Weihnachtsdekorationen ständig daran erinnert. Außerdem hatten wir uns schon so sehr daran gewöhnt, uns hauptsächlich durch Gestiken und einzelne Worte zu verständigen, dass wir ganz überrascht waren, als Straßenhändler auf einmal in relativ flüssigem Englisch antworteten oder als uns bewusst wurde, das wir jetzt sogar jemanden problemlos nach dem Weg fragen konnten!

Bei Victoria Harbour angekommen, genossen wir den ersten Blick auf die Skyline von Hongkong und fuhren dann mit der Fähre zur Insel. Dort liefen wir dann zwischen den Wolkenkratzern umher, durch Straßen in denen traditionelle Heilmittel angeboten wurden und entschieden uns eine kantonesische Fastfood-Kette auszuprobieren, da uns die Preise der normalen Restaurants ziemlich abschreckten.

Nachdem wir bei der Bootsfahrt zurück noch die Skyline bei Nacht bewunderten, machten wir uns wieder auf den Heimweg mit einem Abstecher auf dem Nachtmarkt.

Am nächsten Tag nahmen wir uns vor den Tian Tan Buddha anzuschauen, die größte sitzende bronzene Buddhastatue. Dafür fuhren wir erst mit der Metro nach Lantau Island und von dort mit dem Bus zum Buddha. Nachdem wir schon den Giant Buddha von Leshan gesehen hatten, war diese Statue nicht mehr ganz so beeindruckend für uns, aber trotzdem nett anzusehen. Außer dem Buddha gab es dort auch noch ein kleines touristisches Dorf und ein Kloster, in welchem wir noch leckere gebratene Nudeln aßen, bevor wir wieder den Bus zurücknahmen. Abends stand dann nochmal ein bisschen Shopping auf dem Programm, da wir für die bevorstehenden sommerlichen Temperaturen noch nicht optimal ausgestattet sind.
Am nächsten Tag bekam unsere Reisegruppe dann Zuwachs durch Sarah, die in ihrem dreiwöchigem Urlaub zu uns stößt und mitreist. Da wir verpeilt hatten, das Zimmer rechtzeitig zu stornieren verbrachten wir den Morgen damit, unser Zeug möglichst platzsparend zu verstauen um Platz für eine dritte Person im winzigen Zimmer zu machen. Dann machten wir uns auf den Weg zur Metrostation um Sarah zu empfangen. Nach ihrer Ankunft ging’s erstmal zurück ins Zimmer zum Gepäck abladen, Mitbringsel überreichen (unter anderem Jessys altes Handy, damit sie wieder erreichbar ist und Weihnachtsplätzchen) und quatschen.

Schließlich machten wir uns dann auf den Weg nach Hongkong Island, wo wir die Peak Tram, eine 1888 eröffnete Standseilbahn zum Victoria Peak nehmen wollten. Bei der Station angekommen erwartete uns dann leider eine riesige Schlange, also hieß es erst mal warten. Schließlich schafften wir es dann endlich in die Bahn und mit viel Geholper ging es dann die steile Strecke den Berg hinauf, wobei die Hochhäuser an denen man vorbei fährt ganz schief wirken. Als wir oben ankamen, war es dann schon dunkel, so dass wir eine tolle Aussicht auf die beleuchtete Skyline von Hongkong und Kowloon hatten. Nachdem wir diese Aussicht eine Weile genossen hatten, stellten wir uns wieder in die ebenso lange Schlange um die Tram nach unten zu nehmen, wo wir Bekanntschaft mit einer netten Chinesin machten, die etwas deutsch spricht. Unten angekommen gings zurück nach Kowloon, wo wir etwas essen gingen und dann ins Hostel zurückkehrten um noch ein paar Stunden zu schlafen vor dem Flug nach Thailand am nächsten Morgen.

Mit der ersten Bahn und dem Airport Express ging’s dann zum Flughafen, wo wir unsere restlichen Hong Kong Dollars für überteuertes Frühstück raushauten, bevor wir dann den ca. dreistündigen Flug nach Chiang Mai antraten.

Wulingyuan & Zhangjiajie

Nach einer viel zu kurzen Nacht in Changsha machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zum Busbahnhof, wobei wir wieder einmal feststellten, dass alles viel leichter ist, wenn man mit einem Local unterwegs ist. Kurz nach dem Start gerieten wir mit dem Bus leider in einen großen Stau, sodass sich die Fahrt sehr lange hinzog. Nach ca. 6 Stunden kamen wir dann in dem kleinen Touristenstädtchen Wulingyuan an, welches sich am Eingang des Zhangjiajie National Forest Park befindet und bezogen das bisher schönste Hostel. Die nette Dame am Empfang sprach zwar nur wenig Englisch, gab uns aber eine riesige Karte des Parkes und erklärte uns dann ausführlich wie wir diesen erkunden können. Dafür sprach sie den Text auf chinesisch in ihre Übersetzungsapp, welche es dann (größtenteils sinnvoll) auf Englisch übersetzte.

Den restlichen Tag verbrachten wir damit, das Städtchen anzuschauen, einzukaufen, etwas zu essen und die nächsten Tage zu planen.

Am nächsten Tag mussten wir dann auch schon früh raus, um beizeiten im Park zu sein. Wir hatten uns dazu entschieden auf die Seilbahn zu verzichten und den Fußweg zu Tianzi Mountain zu nehmen. Scheinbar waren wir die einzigen, die diesen Entschluss gefasst hatten, so dass wir ungestört von den lauten chinesischen Touristengruppen, welche bei allen Sehenswürdigkeiten zu finden sind, den Weg bestreiten konnten. Vermutlich lag das daran, dass der gesamte Wanderweg nur aus Stufen besteht und der Aufstieg extrem anstrengend ist. Trotzdem war es schön, die Szenerie bei super Wetter in Ruhe genießen zu können und die Ausblicke auf die schöne Landschaft entlohnten uns für die Mühe. So konnten wir die Felsformationen erst von unten bestaunen und am Schluss von oben überblicken. Oben angekommen, gab es dann etwas zu essen, bevor wir mit dem Bus zu einem anderen Teil des Parkes, Yangzjiajie fuhren, wo wir die natural great wall bestaunten und dann den abenteuerlichen Aufstieg zu Tianbo Mansion in Angriff nahmen. Dort angelangt stellten wir fest, dass der Park schon bald schließt und machten uns daher schnell auf den Rückweg, da wir schon gelesen hatten, dass man in überteuerten Hotels im Park übernachten muss, wenn man es nicht rechtzeitig hinaus schafft. Angesichts der Tatsache, dass wir uns im am weitesten vom Ausgang entfernten Ende des Parkes befanden, hatten wir noch ein ganzes Stück vor uns. Planmäßig sollten wir noch einen Bus zum Bailong Elevator nehmen, einem Aufzug, der außen an einer großen Felsklippe hinunterfährt, und danach noch mit anderen Bussen zum Eingang zurückfahren. An der Bushaltestelle angekommen, versuchten wir herauszufinden, ob und wann noch ein Bus fährt, erhielten allerdings keine richtige Antwort. Der Mitarbeiter bedeutete uns nur, wo wir warten sollten. Nachdem wir das eine ganze Weile getan hatten fragten wir nochmal nach, ob überhaupt noch ein Bus kommen würde und ob wir es noch rechtzeitig aus dem Park schaffen würden. Mithilfe eines anderen Besuchers, der ein paar Brocken englisch sprach, vermittelte uns der Aufseher dann, dass es nicht mehr reichen würde und wir zu spät dran seien.

Wir versuchten uns also mit dem Gedanke anzufreunden, uns ein Zimmer im Park zu suchen, ohne jegliche Übernachtungsutensilien dort zu schlafen und doppelt zu zahlen. Wir entdeckten eine Gruppe chinesicher Jugendlicher, welche wir schon unterwegs getroffen hatten und mit denen wir auch Fotos gemacht hatten und beschlossen sie zu fragen, wo sie übernachteten und ob es dort noch Zimmer gäbe. Über eine Übersetzungsapp teilten sie uns dann mit, dass sie auch nicht im Park schlafen und guter Dinge waren, es noch aus dem Park zu schaffen, da der letzte Bus wohl erst eine halbe Stunde nach Schließung des Parkes fährt. Sie traten in Verhandlung mit einem Taxifahrer und zehn Minuten vor Ende der Öffnungszeit stiegen wir schließlich zu siebt ins Großraumtaxi, welches uns in rasantem Fahrstil zum Aufzug brachte, für den wir glücklicherweise auch noch Tickets bekamen. Da es mittlerweile schon dunkel war und die Aufzugkabine ungefähr so voll war wie eine Sardinendose, bekamen wir zwar absolut nichts von der Aussicht mit, waren aber heilfroh, es noch vom Berg runter geschafft zu haben und im Shuttlebus zum Ausgang freuten wir uns mal wieder über unser unverschämtes Glück, durch welches wir trotz unserer teils katastrophalen Zeitplanung immer noch alles auf die Reihe kriegen.

Am nächsten Tag nahmen wir uns dann einen anderen Teil des Parkes vor, wofür wir erst mal mit dem Bus zu einem anderen Eingang fahren mussten. Dort angekommen machten wir erstmal Bekanntschaft mit den dort lebenden Affen die den Touristen die Plastiktüten mit ihrem Essen aus der Hand rissen und dieses dann genüsslich verzehrten. Ein Junge, der gerade angefangen hatte eine Mandarine zu schälen gab lieber gleich auf als der Affe auf ihn zugerannt kam und schmiss sie ihm schnell hin. Sehr amüsant anzusehen, aber dann vergewisserten wir uns lieber nochmal, dass bei uns alles sicher im Rucksack verstaut ist.

Dann begann auch schon der Anstieg und wer hätte es gedacht, der ganze Weg nach oben bestand wieder nur aus Treppen. Als wir dann erschöpft oben angekommen waren, wurden wir wieder mit einer tollen Aussicht belohnt. Nach einer Vesperpause in der Sonne machten wir uns dann auf den Rundweg um den Berg bei dem es viele weitere schöne Aussichtspunkte zu bestaunen gab.

Zurück am Ausgangspunkt entschieden wir dann die Seilbahn mit Glasboden zurück zu nehmen um nicht wieder Gefahr zu laufen über Nacht im Park gestrandet zu sein.

Abends wollte Jessy sich dann noch ein T-shirt kaufen, da sie für das wärmere Wetter noch nicht optimal ausgestattet war, daher schlenderten wir noch etwas durch Wulingyuan und die Läden, allerdings ohne Erfolg. Scheinbar ist die Mode in China extrem der jeweiligen Saison angepasst und obwohl es tagsüber sehr warm wird, waren die Läden wohl im Wintermodus. Es gab unzählige Daunenjacken zu kaufen, sowie Daunenschlafanzüge (hätten wir auch gerne gehabt, da es in Südchina keine Heizungen gibt und es nachts doch sehr kalt ist) aber wir fanden im ganzen Ort kein einziges kurzärmeliges Oberteil. Anscheinend stört das aber nur uns, denn die meisten Chinesen denken auch bei strahlendem Sonnenschein und 20 °C nicht daran, ihre Daunenjacken auszuziehen. Also musste sich Jessy am nächsten Tag ein T-shirt von mir ausleihen, wir gingen noch was essen und dann zurück ins Hostel.

Der dritte Tag im Park begann am selben Ort wie der vorige, von wo aus wir dann am golden whip stream entlang losliefen. Nach einer Weile entspanntem geradeaus Laufens gings dann wieder bergauf, diesmal mit dem Ziel, den Hallelujah-Peak anzuschauen. Da die schwebenden Hallelujah-Berge im Film Avatar durch die Landschaft in diesem Park inspiriert wurden, wurde dieser Fels nach ihnen benannt. Mal wieder waren wir fast die einzigen die den Fußweg nach oben nahmen und je näher wir der Hauptattraktion kamen, desto lauter und voller wurde es.

Danach ging es dann noch weiter an anderen kreativ benannten Felsformationen vorbei, wie zum Beispiel Magic Turtle looking to heaven und eight men looking at the moon, über die höchste natürliche Brücke der Welt und schließlich wieder den Berg runter wo wir dem Bach zum anderen Ausgang des Parks folgten.
Am nächsten Morgen war es dann schon an der Zeit aus dem Hostel auszuchecken, wir konnten allerdings unsere Rucksäcke noch da lassen und fuhren dann mit dem Bus zur längsten und höchsten Glasbrücke der Welt, welche erst vor ein paar Monaten eröffnet wurde. Nachdem wir unsere Rucksäcke abgegeben und Schuhschützer übergezogen hatten, gings dann los. Ein etwas mulmiges Gefühl hat man schon, wenn man zum ersten Mal auf eine der Glasflächen tritt, aber dann ist es ziemlich cool über dem Abgrund zu laufen. Auf der Brücke fühlten wir uns wieder wie eine eigene Attraktion und wir kamen kaum vorwärts, da ständig Leute Fotos mit uns machen wollten. Schließlich schafften wir es dann aber doch zum anderen Ende der Brücke und wieder zurück und machten uns dann auf den Rückweg und holten unsere Rucksäcke aus dem Hostel ab.

Danach gings gleich in den nächsten Bus nach Zhangjiajie City, wo wir eine Nacht verbringen wollten um am nächsten Tag Tianmen Mountain anzuschauen. Am Busbahnhof angekommen machten wir uns auf die Suche nach dem Hostel und machten es uns dort dann erstmal in der Sitzecke bequem, da niemand dort war, bei dem wir einchecken könnten. W-LAN und Steckdosen gabs aber, also halb so schlimm. Nach über einer Stunde kam dann mal jemand angefahren, der auch ganz nett war und uns sogar zum Bahnhof mitnahm, als wir sagten, dass wir uns Zugtickets für den nächsten Tag kaufen möchten. Das klappte auch wieder gut und nachdem wir uns noch was zum essen besorgten gingen wir zurück zu unserem Dorm-Zimmer, welches zwar ein ziemliches Downgrade von unserem schönen Doppelzimmer war, aber in welchem wir immerhin die einzigen Bewohner waren. Nach einer kalten Nacht machten wir uns am nächsten Tag auf den Weg zur Seilbahnstation, da wir uns das Erlebnis, mit der längsten Seilbahn der Welt zu fahren, natürlich nicht entgehen lassen wollten. Nachdem wir die sündhaft teuren Tickets gekauft hatten, informierte uns die Verkäuferin, dass die Tianmen Cave, die eigentlich das Besondere an dem Berg ist, gerade geschlossen ist, wegen schlechtem Wetter. Bei der halbstündigen Gondelfahrt hatte man einen tollen Ausblick auf die Berge und die schöne Landschaft sowie auf Zhangjiajie, eine eher hässliche Stadt. Oben auf dem Berg gab es auch wieder Glaswege außen am Fels entlang und es war sehr amüsant die Chinesen zu beobachten, die sich den ganzen Weg entlang am Fels festklammerten. Zu sehen gab es dort außerdem ein Kloster, zu Jessys Freude eine Hängebrücke und die Tianmen Cave von weitem.

Nach der Seilbahnfahrt zurück holten wir unser Gepäck im Hostel ab, gingen noch was essen und nahmen dann den Nachtzug nach Lhiuzhou, wo wir sehr nette chinesische Bettnachbarn hatten, die uns erstmal ein paar Mandarinen schenkten und sogar ein paar Worte englisch sprachen. Lhiuzhou diente uns allerdings nur als Zwischenstopp, daher kauften wir dort gleich die Tickets nach Guilin, wohin wir dann nach kurzer Wartezeit mit einem der modernen Highspeed-Züge weiterfuhren.

Xi’an

Nach der 12-stündigen Nachtfahrt kamen wir früh am nächsten morgen in Xi’an an, wo wir einen Couchsurfer gefunden hatten, der uns bei sich aufnahm. Dank seiner Beschreibung meisterten wir auch unsere erste Busfahrt, welche wegen der fehlenden Anzeige der Stationen um einiges komplizierter als die Fahrten mit der Subway war. An der Haltestelle wurden wir dann von Kai abgeholt und in seine Wohnung gebracht. Wie er bereits ankündigte, ist diese zwar sehr spartanisch eingerichtet, aber uns etwartete ein eigenes Zimmer und Frühstück in Form von Muffins und Tee -was will man mehr?

Netterweise hat Kai, der begeisterter Polizist ist, sich zwei Tage freigenommen um uns die Stadt zu zeigen. Daher ging es erstmal zum Daming Palace Museum. Xi’an war lange Zeit die Hauptstadt Chinas und der Daming Palace der riesige Wohnsitz der Kaiser. Leider wurde der Palast zerstört, aber durch das Museum, in dem auch ein Film gezeigt wurde und Kais Erklärungen bekamen wir einen Eindruck davon, wie es früher einmal aussah.

Danach ging es weiter zur Big Wild Goose Pagoda, wo Kai scheinbar davon ausging, dass sich alle Deutschen bei einem Tempelbesuch um 15 Uhr nichts sehnlicher wünschen als Bier und Wurst, welches er uns an einem Kiosk besorgte, für sich selbst kaufte er aber nur Kaffee. Daher kamen wir in den Genuss einer zweiten chinesischen Wurst, die immerhin etwas besser schmeckte als die erste.

Nachdem wir den Tempel besichtigt hatten liefen wir noch etwas durch die Stadt und als wir am Kino vorbeikamen, entschieden wir uns “Fantastic Beasts and where to find them” anzuschauen, den wir alle sehen wollten. Glücklicherweise kommt er hier in englisch mit chinesischen Untertiteln, sodass es keine Verständnisprobleme gab und wir die 4D-Vorstellung genießen konnten.

Auf dem Rückweg sahen wir noch die Fountain-Show vor der Wild Goose Pagoda und gingen dann essen in einem Hot-Pot-Restaurant. Dort war extrem viel los und wir wurden erstmal in einen Warteraum geführt, wo es schon mal Getränke und Snacks gab, während wir auf einen Tisch warteten. Glücklicherweise waren wir mit Kai dort, denn ansonsten hätten wir es wohl nur schwer geschafft, das Bestellsystem zu durchschauen und die verschiedenen Zutaten auf chinesisch zu bestellen. Als es schließlich so weit war wurden wir zu unserem Tisch geführt, in den in der Mitte eine Schale mit zweierlei Brühen eingelassen wird, in welche die restlichen Zutaten dann zum garen reingeworfen und danach in Sauce getunkt und  gegessen werden. Dazu gab es ganz traditionell chinesischen Reiswein.

Am nächsten Tag ging es als erstes ins Xi’an Museum, wo wir Reliquien aus den verschiedenen Dynastien bewundern konnten. Gleich daneben befindet sich die Small Goose Pagoda, die kleinere aber ältere Version der Pagoda des Vortages, die wir drei mal umrundeten, da das laut Kai Glück bringt. Danach sahen wir noch ein traditionelles chinesisches Schattenspiel und eine Marionettenshow an.

Als nächstes stand die Besichtigung der Stadtmauer auf dem Programm, die noch komplett erhalten ist und auf welcher wir dann ein Stück entlangliefen. Vorbei am Belltower und am Drumtower ging es dann zum muslimischen Viertel, welches eigentlich ein einziger Streetfoodmarkt ist. Zum Glück hatten wir Kai dabei, der uns Gerichte empfehlen konnte, da wir sonst wahrscheinlich maßlos überfordert gewesen wären.


Den Abend ließen wir in einer super coolen Bar ausklingen, in der viele verschiedene Liveacts auftraten.

Eine weitere Attraktion auf welche wir uns sehr gefreut hatten, ist die Terrakotta-Armee, zu welcher wir von Xi’an aus mit dem Bus fuhren. Die Krieger, welche beim Bau eines Brunnens entdeckt wurden, können in drei riesigen Hallen besichtigt werden, wobei die Ausgrabungsarbeiten allerdings noch nicht abgeschlossen sind.

Spät abends machten wir uns dann wieder auf den Weg zum Bahnhof, von wo aus wir den Nachtzug nach Chengdu nahmen. Da der Zug nicht in Xi’an startete, waren die Lichter schon aus und die Gepäckablagen besetzt, sodass wir im Dunkeln unsere Rucksäcke mit im Bett verstauen mussten und dann leicht eingeengt einschliefen.

Die letzten Tage in Peking

Den Tag nach dem Besuch der Mauer verbrachten wir damit, die Qianmen Street zu erkunden, eine Einkaufsstraße mit alten Gebäuden, einer historischen Straßenbahn und Seitengässchen mit Märkten. Danach ging’s mit einem kurzen Abstecher auf dem Tian’anmen Square weiter zum nächsten Shoppingbezirk nämlich zur Wangfujing Street, wo es auch einige Einkaufszentren gibt.

Nach kurzer Zeit entdeckten wir dort auch wieder einen China Mobile Laden und beschlossen nochmal zu versuchen eine chinesische SIM-Karte zu erwerben. Englisch war bei den Angestellten zwar auch Fehlanzeige aber mit Hilfe einer Übersetzungsapp schafften wir es schließlich innerhalb von ca. 1,5 Stunden unseren Wunsch zu vermitteln, alle offenen Fragen zu klären und jeweils eine SIM-Karte zu bekommen. Als unser geduldiger Betreuer uns dann mitteilte (natürlich über die App), dass die Karten jetzt nur noch registriert werden müssten waren wir schon sehr erleichtert. Allerdings stellte sich dann heraus, dass wir dafür erstmal eine Nummer ziehen und warten müssen. Knapp 2 Stunden später wurde endlich unsere Nummer aufgerufen und nach einigem bürokratischem Kram waren wir dann fertig und da es mittlerweile schon Nacht war, machten wir uns auch bald auf den Heimweg.

An den letzten beiden Tagen, kümmerten wir uns um unsere Weiterfahrt sowie unsere nächste Unterkunft und besichtigten das Art District 798, wo es verschiedene Galerien, Straßenkunst und kleine Läden mit Kunst, Schmuck, Dekoartikeln etc. gibt, sowie den alten Sommerpalast, der in einem großen, schön angelegten Park mit vielen Seen liegt.

Am Ende unseres Aufenthaltes in Peking machten wir uns dann auf den Weg zum Westbahnhof von wo wir den Nachtzug nach Xi’an nahmen. Nachdem wir den ganzen Tag herumgelaufen waren, konnten wir auch in unseren engen Hard Sleeper Betten erstaunlich gut schlafen.