Essen in China

Eine der uns am meisten gestellten Fragen während unserer Zeit in China war “Wie ist das Essen?“ Die kurze Antwort darauf ist: abenteuerlich.

Um die Frage etwas ausführlicher zu beantworten, haben wir unser Essen immer fotografiert (okay, ein paar mal haben wirs auch vergessen) und widmen dem Thema jetzt einen eigenen Beitrag.

Wenn ich sage, dass das Essen abenteuerlich war, heißt das nicht, dass wir die ganze Zeit Hunde, Katzen und Insekten gegessen haben. Es stimmt zwar, dass in China auch Hunde gegessen werden, allerdings gibt es das nicht einfach in jedem Restaurant, sondern es ist eher eine teure Delikatesse, die nicht einfach ahnungslosen Reisenden vorgesetzt wird, wie uns auch unser Couchsurf-Host Kai versicherte. Insgesamt waren wir fast nie mit der Möglichkeit konfrontiert ganz verrückte Fleischsorten auszuprobieren, wir haben es aber auch nicht darauf angelegt. Für uns gab es sehr viel Huhn, öfters mal Schwein und Rind und ab und zu Innereien.

Der abenteuerliche Teil bestand viel mehr darin, dass wir zu 99% auf gut Glück bestellen mussten, da kaum jemand genug englisch sprach, um uns Fragen zum Essen zu beantworten.

Im besten Fall hatten die Restaurants englischsprachige Karten und Bilder des Essens. Allerdings bestand auch dann noch die Gefahr, dass das Gericht extrem scharf ist oder seltsame Gewürze enthält. Da Restaurants mit dieser Art von Karten allerdings nicht überall zu finden und außerdem oft auch etwas teurer waren, kam das nicht allzu oft vor.

Manche hatten englische Karten ohne Bilder, wobei die englischen Übersetzungen manchmal etwas Interpretationsspielraum ließen. Öfter hatten die Restaurants allerdings nur Bilder und chinesische Schriftzeichen. Dann hieß es einfach, sich etwas auszusuchen, was gut aussieht, drauf zeigen und hoffen, dass es ungefähr das ist, was wir uns vorstellten. Ansonsten blieb noch die Möglichkeit, auf das Essen eines anderen Gastes zu zeigen oder auf das gewünschte Essen selbst, zum Beispiel bei einem Straßenstand.

Mit dem bestellen war es dann allerdings noch nicht unbedingt getan, denn in gefühlt der Hälfte aller Fälle, kam kurz darauf die Bedienung wieder zurück und vermittelte uns, dass es das bestellte Gericht nicht gibt. Also am besten immer gleich eine Backup-Option überlegen und hoffen, dass die verfügbar ist oder zeigen lassen, welche drei Gerichte heute machbar sind.

Für unsere deutschen Gaumen war das chinesische Essen und die verwendeten Gewürze oft sehr ungewohnt und es unterscheidet sich größtenteils auch stark von den Gerichten, die es bei chinesischen Restaurants in Deutschland gibt. Die Chinesen lieben es auch mit den verschiedenen Geschmacksrichtungen zu spielen, sodass die Gerichte selten zum Beispiel nur süß, salzig, sauer oder scharf sind, sondern meistens eine Kombination aus verschiedenen Geschmacksrichtungen enthalten. Zu Jessys Missfallen ist scharf bei herzhaften Speisen aber fast immer dabei.

Unser go-to-Essen in China war Nudelsuppe. Das findet man fast überall, schmeckt fast immer lecker und ist sehr günstig. Außerdem sehr vielseitig, da die Nudel-, Fleisch-, Gemüse- und Brühesorten je nach Region und Koch variierten.

Wenn es mal keine noodle soup sein sollte, gab es meistens Reis mit einem Fleisch- oder Gemüsegericht, wobei es auch hier viel Abwechslung gab, sodass uns der Reis nicht  allzu sehr zum Hals raushängt.

Besonders gut schmeckten uns auch Dumplings und Wonton, besonders die meat dumplings unseres Hostels in Guilin sind hier erwähnenswert, die hätten wir am liebsten jeden Tag gegessen.

Straßenhändler bieten außerdem neben Nudelsuppe und Dumplings oft auch Fleischspieße, gefüllte Teigtaschen, Popcorn und natürlich die allgegenwärtige Wurst an.

Da es in unseren Hostels so gut wie nie Frühstück gab und wir nicht immer Lust auf Nudelsuppe oder andere chinesische Kost am Morgen hatten, versorgten wir uns wenn möglich oft selbst, indem wir im Supermarkt Obst, Joghurt, Gebäck, Sandwiches oder ähnliches kauften. Ab und zu fanden wir auch mal einen Bäcker, der Backwaren verkaufte, die nicht nur nach Milchbrötchen schmeckten, was dann gleich ein echtes Highlight war.

Bei einem Monat Nudelsuppe, Reis und co hatten wir ab und zu auch mal das Bedürfnis nach westlicher Kost, so dass es uns auch mal zu McDonalds oder KFC trieb, was aber meistens auch eher unbefriedigend war. Zwei mal entdeckten wir auch Restaurants, die gutes westliches Essen boten, natürlich etwas teurer als die lokale Kost, aber man gönnt sich ja sonst nichts 😉

Alles in allem hat mir das Essen in China sehr gut geschmeckt, obwohl es teilweise sehr anders war als erwartet. Jessy war etwas weniger begeistert von der chinesischen Küche, was aber vermutlich hauptsächlich daran liegt, dass es ihr oft zu scharf war.

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