Im Land der Bomben und Slowboats

Wir entschieden uns für drei Tage mit dem Slowboat nach Laos zu reisen, da wir keine Lust auf eine Busfahrt hatten und die Schifffahrt eine schöne Alternative darstellte.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag ging es dann um 10Uhr mit dem Auto los nach Chiang Rai. So ganz genau haben wir den 3-Tagesplan dann doch nicht studiert, sodass wir etwas irritiert waren als wir nach etwa 3 1/2 Stunden erst am Weißen Tempel von Chiang Rai ankamen. Das es heute gar nicht auf das Boot gehen sollte, verwirrte uns noch mehr aber es stellte sich heraus, dass das wohl alles genauso auf dem Plan stand. Also wurde einfach der Trip so akzeptiert und auf den weißen Tempel konzentriert, der einer der bisher imposantesten Tempel unserer Reise ist.

Der weiße Tempel, oder Wat Rong Khun genannt, gilt als besonders ungewöhnlich und beeindruckend, da er komplett in weißer Farbe gehüllt wurde und weiße Farbe normalerweise in Thailand als Trauerfarbe eingesetzt wird. Aber der Architekt Chalermchai Kositpipat, der seit 1996 diesen Tempel umsonst baut, widmet diesen buddhistisch-hinduistischen Tempel, der Weisheit Buddhas, die “hell über dem Universum scheint”. Die Mosaiksteine, die den ganzen Tempel bedecken, tragen hierzu besonders bei. Fasziniert von diesem ungewöhnlichen Bauwerk schossen wir fleißig
Erinnerungsfotos und 40 Minuten später ging es planmäßig bei unserer Reise weiter. Das nächste Ziel war die kleine thailändische Grenzstadt Chiang Khong, die noch einmal zwei Stunden entfernt lag. Um 16:30Uhr endlich angekommen bezogen wir unsere Zimmer und gingen um 18Uhr noch in die Yolo Bar, um unser bereits bezahltes Essen zu erhalten. Danach machten wir uns auf die Suche nach einem Briefkasten und einem funktionierenden ATM. Nachdem die Reise teilweise erfolgreich abgeschlossen war, ging es zurück ins Gästehaus, wo wir dann auch schnell schliefen.

Am nächsten Tag ging es nach dem Frühstück dann weiter an den Grenzübergang in der Stadt. Nach einer kurzen Fahrt erreichten wir diesen bereits und wurden aufgefordert durch den Immigrationsschalter zu laufen und auf der anderen Seite ein Bus Ticket für den Transfer über die Friedensbrücke, die Thailand mit Laos verbindet, zu erwerben.
Am laotischen Grenzübergang mussten wir dann ein paar Formulare ausfüllen, um unser Visa-on-Arrival zu beantragen. Dies ging mäßig schnell, da die Beamten wohl gerade Pause hatten und erstmal 10 Minuten weiter vor uns rumsaßen bevor sie einen Finger krümmen wollten. Danach ging es dann umso schneller durch die Immigration und nach einer sehr eng gequetschten 20-minütigen Tuk-Tuk Fahrt, waren wir an der Slow Boat Anlegestelle endlich angekommen.

Bevor die 7 stündige Schifffahrt losgehen sollte, deckten wir uns noch mit einem Fruchtshake und drei Sandwichs ein. Angemerkt werden muss, dass die Sandwiches belegte Baguettes waren und dies für uns ein Tageshighlight darstellte, da wir seit über einem Monat kein normales Brot mehr gegessen haben. Glücklich und gespannt auf die Reise ging es dann los. Für die nächsten sieben Stunden hieß es: Landschaft bestaunen, Bücher lesen, Hörbücher anhören, Nickerchen machen und Snacks Essen. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen wir an unserem Tagesziel Pakbeng an, wo wir die zweite Nacht verbringen würden.

Pakbeng ist ein winziges Dorf mit einer Hauptstraße, die nur vom Slow Boat Tourismus lebt. Daher dauerte es uns 1 Minute mit dem Auto zu unserem Gästehaus zu kommen, wo uns dann erst einmal ein Zweibettzimmer angeboten wurde mit Zusatzmatratze. Dies lehnten wir aber ab, da wir für drei Betten bezahlt haben und die Besitzerin des Gästehauses gab uns dann wider Willen ein zweites Einzelzimmer dazu. Nach diesem Ärgernis ging es dann erstmal gegenüber bei einem süßen kleinen Lokal etwas essen und dann nach ein paar Folgen Fernsehen ins Bett.

Am nächsten Tag ging es dann um 10Uhr weiter nach Luang Prabang. Nach 10 Minuten hatte das Boot dann aber bereits einen Motorschaden, sodass wir an einer Strandbucht halten mussten während die Bootsmitarbeiter den Motor in Ordnung brachten. Ramona und ich nutzen die Chance um den Strand für ein paar Minuten zu genießen, während Sarah wegen ihrer Erkältung weiter auf dem Boot wartete.
Nach etwa 10 Minuten ging es problemlos weiter und wir kamen um 17Uhr zufrieden und etwas geschafft in Luang Prabang an. Dann hieß es noch einmal Tuk-Tuk fahren um zu unserem Hostel zu kommen. Dort angekommen packten wir unser Zeug erstmal wieder aus und richteten uns in unserem 12 Bett Zimmer ein.

Da wir alle noch nicht müde waren und vor allem Hunger hatten ging es dann noch zwei Straßen weiter zum Nachtmarkt von Luang Prabang. Hier gibt es Bäcker, Crepe & Fruchtsaft Stände soweit das Auge reicht. Ebenfalls können hier tolle Souvenirs und anderen Krims Krams gekauft werden. Gestärkt ging es dann zurück und ab in die Heia.

Am nächsten Tag wollten wir dann erstmal so richtig ausschlafen. Wir standen um 10Uhr auf um noch Frühstück zu bekommen, das wir diesmal inklusive hatten und machten uns danach sehr gemütlich fertig. Daraufhin verließen wir das Hostel um in eine sehr bekannte Bar namens Utopia zu gehen, die hier besonders für ihr Zen Umfeld bekannt ist.Und oh ja, das Internet hat hier eindeutig nicht gelogen. Utopia ist eine wirklich sehr ruhige und schöne Bar, bei der man einen wundervollen Ausblick auf den Fluss bekommt. Ihr Motto “Zen by day, groovy by night” machen sie aller Ehre. Uns gefiel Utopia so gut, dass wir uns dafür entschieden dort den restlichen Tag mit lesen zu verbringen. Abends ging es dann noch einmal auf den Nachtmarkt, dass sich als Routinebesuch für die nächsten Tage herausstellen sollte und danach zurück ins Hostel. Am nächsten Tag nahmen wir uns vor den berühmten Kuang Si Wasserfall anzusehen. Wir buchten eine Minivanfahrt über das Hostel und kamen nach einer Stunde Fahrt bei den Wasserfällen an.

Die Kuang Si Wasserfälle sind wirklich wunderschön. Strahlend blaues Wasser sammelt sich am Kopf des 60 Meter Berg in einem See, der dann in einer Kaskade dem Berg herunterfällt und die Kuang Si Wasserfälle bildet. Am Fuß des Wasserfalls gibt es weitere kleine Wasserfälle, die allesamt in einem azurblauen Wasser erstrahlen. Wir machten uns also auf den Weg zum Gipfel des Wasserfalls um die Chance zu nutzen in den See zu springen und etwas zu schwimmen.

Der Anstieg war sehr anspruchsvoll und beschwerlich sodass Sarah entschied umzukehren, da ihr Knie sehr weh tat. Ramona und ich machten uns dann weiter zum See und dort angekommen sprangen wir auch direkt in das erfrischende Wasser. Sarah stieß dann etwas später doch noch zu uns, ließ das Baden aber ausfallen, da sie sich nicht so wohl fühlte. Daraufhin begannen wir unseren Abstieg um pünktlich um 15Uhr am Treffpunkt zu sein, um die Rückfahrt anzutreten.

Abends ging es dann wieder wie jeden Abend zum Nachtmarkt etwas essen und zurück zum Hostel zum schlafen. Am nächsten Tag checkten wir bei unserer jetzigen Unterkunft aus und zogen in unser 10 Minuten entfernte zweite Unterkunft nahe der Bar Utopia. Hier durften wir uns erstmal über ein Dreibettzimmer mit eigenem Bad freuen.

Danach starteten wir unsere Tour durch Luang Prabang. Erstes Ziel war das erklimmen des bekannten Mount Phousi der sozusagen direkt vor unserer Haustüre lag und der eher einem Hügel als einem Berg gleicht. Gemächlich bestiegen wir die Treppen bis zum Gipfel um die einzigartige Aussicht auf Luang Prabang und dem Mekong River zu genießen. Danach ging es weiter zum Royal Palace Museum, das direkt am Fuß auf der anderen Seite des Mount Phousi liegt. Nachdem wir auch hier den dazugehörigen Tempel bestaunten ging es für uns weiter zu Big Brother Mouse, einer Einrichtung die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Einwohnern von Luang Prabang beim Englisch lernen zu helfen, indem Freiwillige mit den Schülern reden und ihnen vorlesen. Leider gab es an diesem Tag eine so genannte “Bücherparty” und nur Sponsoren waren erlaubt. Deshalb machten wir uns einfach schnell auf dem Weg zum Tamarind Restaurant. Das fast einzige wirklich traditionell
kochende laotische Restaurant. Hier bestellten wir zwei verschiedene Probierplatten und drei Hauptspeisen zum Teilen: Fisch im Bananenblatt, Zitronengras gefüllt mit Huhn und ein laotischer Eintopf.

Bei Sarah stellte sich schnell heraus, dass sie kein Freund der laotischen Küche wird. Ramona und ich aßen also für drei Personen und waren daher auch papp satt. Deshalb ging es danach gleich weiter zum bekannten Wat Xieng Thong, der besonders für laotische Tempelkunst steht und der einen aus Mosaik hergestellten Lebensbaum zeigt. Als letzten Stopp der Tour setzen wir uns den Aussichtspunkt, der für das Beobachten des Sonnenuntergangs bekannt ist. Hierfür überquerten wir den Nahm Khan River mit der Hilfe einer Bambusbrücke, um auf die andere Seite der Insel zu gelangen.

Beim Aussichtspunkt angekommen genossen wir den tollen Sonnenuntergang und machten uns auf den Heimweg über den Nachtmarkt zurück zum Hostel. Am nächsten Tag standen wir bereits um 6Uhr morgens auf um ein besonderes Ritual der Mönche zu beobachten. Diese sammeln nämlich jeden Morgen von den Einwohnern der Stadt Reis ein. Somit glauben die Einwohner, dass sie ihre Ahnen durch die Mönche füttern. Respektvoll beobachten wir diese Prozession von weiten und gingen dann wieder zurück in unser Hostel um noch ein paar Stunden zu schlafen. Da heute ja Silvester stattfindet, ließen wir den Tag ruhig angehen und genossen es ein wenig Fern zusehen. Mittags ging es dann das erste Mal zu Utopia um zu Mittagessen. Witziger Weise sahen wir hier ein Schauspieler aus GZSZ, Jascha Rust. Nach einem kleinen Fangirl Anfall ging es zurück ins Hostel um uns fertig zu machen für die Silvesterfeier im Utopia.

Ab 19Uhr ging es dann los und wir genossen das Essen und die Musik sehr, sodass wir um 24Uhr mit allen Gästen das neue Jahr begrüßten. Um 2:30Uhr war die Party dann aber bereits vorbei, da in ganz Luang Prabang eine Ausgangssperre verhängt ist, wegen dem Ritual der Mönche und eigentlich ab 23:30Uhr nichts mehr geöffnet sein darf. Die Ausgangsperre also maximal ausgeschöpft ging es um 2:30Uhr zurück ins 100m entfernte Zimmer indem wir dann auch schnell schliefen.

Am nächsten Tag verließen wir unser Gästehaus um in einem Bus nach Nong Khiaw zu reisen, von wo wir weiter mit einem Boot nach Muang Ngoy fuhren. Ein kleines Dörfchen entlang dem Nam Ou Fluss, dass ohne Internetzugang und nur 3-Stunden Strom am Tag noch sehr traditionell sein soll. Ramonas Cousine war vor ein paar Jahren ebenfalls hier und schwärmte von der Ursprünglichkeit und der Schönheit des kleinen Örtchens, sodass wir dies selber erkunden wollten.
Mittags angekommen bemerkten wir aber schnell, dass die Jahre sehr viel Tourismus mit sich brachten und es gar nicht mehr so ursprünglich wie erwartet war. Es gibt Strom, Wifi und das Dorf, das aus einer einzigen Straße besteht, quillt nur so über von Shops und Gästehäusern. Trotzdem angetan von diesem kleinen Fleck Erde, checkten wir in einem wunderschönen Bungalow ein und liefen noch ein wenig in dem sehr beschaulichen Dorf herum und sahen uns den winzigen Tempel an.
Wir informierten uns noch bei dem netten Besitzer des Tourismus Center, der erstaunlicherweise sehr gutes Deutsch sprach und planten unsere nächsten zwei Tage. Nach einer leckeren Nudelsuppe für Ramona und mich und Sarahs Pizza ging es ins Bett, damit wir für den darauffolgenden Tag fit sind.

Am nächsten Morgen ging es dann nach dem Frühstück auf zur Tham Kang Cave, eine Höhle auf dem Weg zum nächsten Dorf Huey Sen. Sarah entschied sich im Bungalow zu bleiben, da sie sich die Strecke mit ihrem Knie nicht zu traute und noch etwas angeschlagen von ihrer Erkältung war. Die Höhle war wirklich cool, da sie völlig unberührt ist und wir mit unserer Stirnlampe und Handy alles alleine beleuchten mussten. Besonders interessant ist die Höhle, wenn die Vorgeschichte von Laos bekannt ist. Was viele nämlich nicht wissen ist, das Laos das am meisten bombadierte Land ist und in genau solchen Höhlen sich die Einwohner versteckt haben. Wir arbeiten uns also etwas vor, stellten dann aber schnell fest, dass wir nicht die richtige Ausrüstung für so eine Höhlenerkundung haben und gingen voller Matsch (da ich hingefallen bin), weiter nach Huey Sen.

Huey Sen ist ein kleines Minidorf, bei dem wir uns beim Besuchen etwas komisch vorkamen. Es wirkt eben doch ein wenig wie ein Zoo Besuch, wenn man in ein Dorf geht um das “traditionelle Leben zu beobachten.” Daher kehrten wir bald zurück von unserer Tagestour und waren gegen Spätnachmittag wieder im Bungalow.

Am nächsten Tag entschieden wir uns trotz leichtem Regen die Dschungelwanderung durchzuführen. Wir gingen mit dem Boot und zwei Kajaks im Gepäck los zur Anlegestelle und trotteten zwei Stunden lang durch den Dschungel. Da hier ein vorgegebener Pfad bereits eingerichtet wurde, brauchten wir auch vorerst mal keinen Guide. Am Ende kam uns aber unser Bootsfahrer entgegen und half uns den sehr beschwerlichen Weg zum Boot zurück. Während den zwei Stunden wechselte der leichte Regen nämlich in einen ausgewachsenen Regenschauer und weichte die ganze Erde auf, sodass wir uns die ganze Zeit durch den Matsch kämpfen und Blutegel abwehren mussten.

Am Boot angekommen, fiel Sarah dann noch ins Wasser, sodass ihre Hinterseite nass war. Daher entschied sie sich gegen die Kajak Tour und fuhr mit dem Boot zurück.
Ramona und ich kämpften uns wacker durch den Regenschauer, auf unserer ersten Kajaktour. Da wir beide noch nie Kajak gefahren sind und nicht wussten wie das überhaupt funktioniert, ging es erst sehr schleppend voran. Wir saßen aber nur 1-mal auf und drehten uns nur 2-mal komplett im Kreis und kamen nach einer Stunde in Muang Ngoy wieder an. Pitschnass ging es unter die Dusche und den restlichen Abend versuchten wir fleißig unsere Kleidung trocken zu föhnen, da wir ja am nächsten Morgen wieder zurück nach Luang Prabang fahren und keine feuchte Kleidung im Rucksack verstauen wollten.

Nach dem Frühstück ging es am nächsten Tag auch bereits um 9Uhr zurück mit dem Boot nach Luang Prabang. Am Busbahnhof angekommen, mussten wir nur eine Stunde warten bis der Bus dann auch endlich mal losfuhr aber danach ging es recht schnell wieder zurück. Nach der 4 stündigen Fahrt kamen wir in unserem Gästehaus bei Utopia wieder an und genossen den letzten Abend in Luang Prabang. Da es auch Sarahs letzter Tag mit uns war, gingen wir noch einmal auf dem Nachtmarkt und schliefen dann zufrieden ein.

Ramona und ich hatten leider keine besonders schöne Nacht, da wir beide Kokosnuss-Pancakes aßen und diese wohl nicht mehr gut waren. Völlig fertig standen wir aber in der früh auf, um Sarah zum Tuk Tuk zu begleiten, dass sie zum Flughafen brachte. Nach der Verabschiedung ging es für uns noch einmal zurück ins Bett. Ein paar Stunden später checkten wir dann auch aus und gingen ein letztes Mal zu Utopia um dort die letzten Stunden in Laos zu verbringen.

Mittags fuhren wir dann auch zum Flughafen und freuten uns bereits auf unser nächstes Ziel Hanoi in Vietnam.

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