Das etwas andere China

Nachdem wir offiziell aus Festlandchina ausgereist und in Hongkong eingereist sind, ging es mit der Bahn zu unserem Hotel. Der Preisunterschied zum Rest von China hatte sich schon deutlich bei der Zimmersuche gezeigt, daher kostete unser Zimmer hier schon 10€ mehr pro Nacht pro Person als unser bisher teuerstes Hostel in Peking.

Das Hotel zu finden war dabei schon die erste Herausforderung. Schließlich fanden wir es dann in einem etwas heruntergekommenen Hochhaus. Im richtigen Stock, beim richtigen Appartement angekommen, standen wir dann allerdings vor einer verschlossenen Tür, da wir den Zugangscode nicht kannten. Neben der Tür hing aber ein Telefon und ein Zettel mit einer Nummer. Nach einigen erfolglosen Versuchen ging schließlich auch jemand ans Telefon und teilte uns schon mal den Zugangscode mit, so dass wir immerhin rein kamen. Nach einer Weile kam dann auch ein Mitarbeiter und brachte uns zu unserem Zimmer, welches sich in einem anderen Stock befand. Schon als wir das Appartement betraten stieg uns ein leichter Rauchgeruch in die Nase, der in unserem Zimmer noch viel schlimmer war. Da es in dem kleinen Zimmer kein Fenster gab, flüchteten wir bald wieder um die Umgebung zu erkunden. Im nächsten Supermarkt besorgten wir uns als erstes einen Lufterfrischer, der versprach, schlechte Gerüche zu neutralisieren.

In der Nähe unseres Hostels fanden wir eine Straße, in der lauter Tiere verkauft wurden und obwohl die Hamster, Babykatzen und Hunde süß anzusehen waren, taten sie uns doch sehr leid in ihren kleinen Glasboxen.

Wir gingen in ein Restaurant, welches sehr beliebt zu sein schien, waren dann aber gleich etwas überfordert von der Speisekarte. Scheinbar ist es in Hongkong üblich, dass den ganzen Tag Frühstück serviert wird und da die meisten anderen Leute so etwas aßen entschieden wir uns auch für das Frühstücksmenü. Dabei konnte man zwischen verschiedenen Nudelsuppen mit Fleisch wählen, außerdem zwischen Eiern in verschiedenen Zubereitungsarten und dazu gab es Toastbrot mit Butter. Also stellten wir uns unsere Mahlzeit zusammen und warteten gespannt. Als unser Essen dann kam, war die Enttäuschung allerdings groß, mein BBQ Pork schmeckte nach dem ekelhaften Wurstgewürz und die Nudelsuppe sonst nach fast nichts und Jessys Leber war auch nicht das Wahre. Das beste am Essen war das Toastbrot, da kann man eigentlich auch wenig falsch machen.

Da wir sehr unbefriedigt vom Essen waren und keine Lust hatten in unser verrauchtes Zimmer zurückzukehren gönnten wir uns noch ein Eis bei McDonalds und nutzten das kostenlose W-Lan um unsere nächsten Tage zu planen.

Am nächsten Tag verließen wir unser in Kowloon gelegenes Zimmer, das dank dem Lufterfrischer nun etwas weniger nach Rauch und etwas mehr nach Pfirsich stank und machten uns zu Fuß auf den Weg nach Hongkong Island, vorbei an vielen Läden wo wir noch die ein oder andere Besorgung machten.

Dabei fiel uns deutlich der britische Einfluss auf; während wir in China ständig vergaßen, dass Weihnachten vor der Tür steht, wurden wir in Hongkong durch aufwendige Weihnachtsdekorationen ständig daran erinnert. Außerdem hatten wir uns schon so sehr daran gewöhnt, uns hauptsächlich durch Gestiken und einzelne Worte zu verständigen, dass wir ganz überrascht waren, als Straßenhändler auf einmal in relativ flüssigem Englisch antworteten oder als uns bewusst wurde, das wir jetzt sogar jemanden problemlos nach dem Weg fragen konnten!

Bei Victoria Harbour angekommen, genossen wir den ersten Blick auf die Skyline von Hongkong und fuhren dann mit der Fähre zur Insel. Dort liefen wir dann zwischen den Wolkenkratzern umher, durch Straßen in denen traditionelle Heilmittel angeboten wurden und entschieden uns eine kantonesische Fastfood-Kette auszuprobieren, da uns die Preise der normalen Restaurants ziemlich abschreckten.

Nachdem wir bei der Bootsfahrt zurück noch die Skyline bei Nacht bewunderten, machten wir uns wieder auf den Heimweg mit einem Abstecher auf dem Nachtmarkt.

Am nächsten Tag nahmen wir uns vor den Tian Tan Buddha anzuschauen, die größte sitzende bronzene Buddhastatue. Dafür fuhren wir erst mit der Metro nach Lantau Island und von dort mit dem Bus zum Buddha. Nachdem wir schon den Giant Buddha von Leshan gesehen hatten, war diese Statue nicht mehr ganz so beeindruckend für uns, aber trotzdem nett anzusehen. Außer dem Buddha gab es dort auch noch ein kleines touristisches Dorf und ein Kloster, in welchem wir noch leckere gebratene Nudeln aßen, bevor wir wieder den Bus zurücknahmen. Abends stand dann nochmal ein bisschen Shopping auf dem Programm, da wir für die bevorstehenden sommerlichen Temperaturen noch nicht optimal ausgestattet sind.
Am nächsten Tag bekam unsere Reisegruppe dann Zuwachs durch Sarah, die in ihrem dreiwöchigem Urlaub zu uns stößt und mitreist. Da wir verpeilt hatten, das Zimmer rechtzeitig zu stornieren verbrachten wir den Morgen damit, unser Zeug möglichst platzsparend zu verstauen um Platz für eine dritte Person im winzigen Zimmer zu machen. Dann machten wir uns auf den Weg zur Metrostation um Sarah zu empfangen. Nach ihrer Ankunft ging’s erstmal zurück ins Zimmer zum Gepäck abladen, Mitbringsel überreichen (unter anderem Jessys altes Handy, damit sie wieder erreichbar ist und Weihnachtsplätzchen) und quatschen.

Schließlich machten wir uns dann auf den Weg nach Hongkong Island, wo wir die Peak Tram, eine 1888 eröffnete Standseilbahn zum Victoria Peak nehmen wollten. Bei der Station angekommen erwartete uns dann leider eine riesige Schlange, also hieß es erst mal warten. Schließlich schafften wir es dann endlich in die Bahn und mit viel Geholper ging es dann die steile Strecke den Berg hinauf, wobei die Hochhäuser an denen man vorbei fährt ganz schief wirken. Als wir oben ankamen, war es dann schon dunkel, so dass wir eine tolle Aussicht auf die beleuchtete Skyline von Hongkong und Kowloon hatten. Nachdem wir diese Aussicht eine Weile genossen hatten, stellten wir uns wieder in die ebenso lange Schlange um die Tram nach unten zu nehmen, wo wir Bekanntschaft mit einer netten Chinesin machten, die etwas deutsch spricht. Unten angekommen gings zurück nach Kowloon, wo wir etwas essen gingen und dann ins Hostel zurückkehrten um noch ein paar Stunden zu schlafen vor dem Flug nach Thailand am nächsten Morgen.

Mit der ersten Bahn und dem Airport Express ging’s dann zum Flughafen, wo wir unsere restlichen Hong Kong Dollars für überteuertes Frühstück raushauten, bevor wir dann den ca. dreistündigen Flug nach Chiang Mai antraten.

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